Germanisches Nationalmuseum

Jentz • Popp • Störmer • Wiesner

Erweiterungsbau
Nürnberg

Wettbewerb 1983 - 1.Preis
Fertigstellung 1993
BGF 4.300 qm
www.gnm.de

 
Mit der 1993 fertiggestellten Erweiterung erhielt der Komplex des Germanischen Nationalmuseums einen weiteren, zeitgenössischen Baustein hinzu. Die Geschichte seiner Architektur spannt sich damit vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Von der bei seiner Gründung 1857 vorhandenen Klosterarchitektur des 14. Jahrhunderts, über die Um-, An- und Neubauten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die Nachkriegsbauten von Sep Ruf bis hin zu der seit 1988 in vier Abschnitten von me di um Architekten realisierten Maßnahmen. Diese umfassten nicht nur die Errichtung des Kartäuserbaus und die in den Bestand integrierte neue Eingangshalle, sondern auch das beide Teile verbindende Museumsforum. Außerdem wurde die Bibliothek umgebaut und aufgestockt, der Theodor-Heuss-Bau saniert, sowie neue Arbeits- und Unterrichtsräume für das kunstpädagogische Zentrum geschaffen.

Die zentrale Entwurfsidee beruht auf dem Erhalt der durch das Museum laufenden Kartäusergasse und ihrer Ausbildung als „Brücke“, die als öffentlicher Raum durch das Museum führt und dadurch eine unterirdische, zusammenhängende Erschließung ermöglicht.

Um den stadträumlichen und funktionellen Anforderungen zu entsprechen, erfolgte die Verlegung des Haupteingangs vom Kornmarkt in die Kartäusergasse. Diese wurde nach einem Entwurf des Künstlers Dani Karavan als „Strasse der Menschenrechte“ gestaltet. Ein Torbau und 27 Rundpfeiler, zwei Bodenplatten und ein Baum, aneinandergereiht aufgestellt, stehen für die 30 Artikel der Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Die Toranlage am Kornmarkt markiert den Eintritt in den Museumsbereich und bildet zugleich das Gegenstück zum Kartäusertor.

Das kommunikative Zentrum des Erweiterungsbaus ist das Museumsforum. Unter der Kartäusergasse liegend, die sich einer Brücke gleich darüberspannt, verbindet es den Kartäuserbau mit der neuen Eingangshalle. Ein großzügiges Glas-Tonnen-Gewölbe erlaubt eine weitestgehend natürliche Belichtung und bietet darüber hinaus die angestrebte Beziehung zwischen öffentlichem (Strassen-) Raum und Ausstellungskomplex. Die Situierung des Forums lässt aber auch eine museumsunabhängige Nutzung zu.