Hafenbahnhof

Jentz • Popp • Roloff • Wiesner

„Alte Süderelbe“, Hamburg-Waltershof

Wettbewerb 1991 - 1.Preis
Fertigstellung 1995
BGF 4.200 qm


Die Trasse der Bundesautobahn A7 mit der Silhouette des Altenwerder Kirchturms bildet den optischen Bezug zum Betriebsgelände des neuen Hafenbahnhofs. Städtebaulich folgt das Konzept den vorhandenen Strukturen von Gleiskörper und Naturraum. Gemeinsam mit dem Altenwerder Kirchturm entsteht ein „Stadttor“ zur Freien und Hansestadt Hamburg.

Die besondere Lage des Projektgebiets am Rande des Naturschutzparks „Alte Süderelbe“ und des Hafenerweiterungsgebiets Altenwerder stellt besondere Anforderungen an die architektonische Gestaltung, städtebauliche und landschaftsplanerische Einbindung des Bauvorhabens. Das Entwurfskonzept basiert auf der Verbindung zwischen Architektur und Freiraum in Form linearer Strukturen, die den Raum strahlenförmig von SW nach NO öffnen.

Das Gebäude beherbergt neben Bergmeister und Leitzentrale im Tower, auch Räumlichkeiten für Personal und Wartung im länglichen Betriebsgebäude. In der Nähe des Ablaufbergs errichtet, haben Bergmeister, Fahrdienstleiter und die Beschäftigten in der Dispositionszentrale einen uneingeschränkten Überblick über den Ablaufberg. Da die Sicht durch die Gleisfeldbeleuchtung nicht beeinträchtigt werden darf wurde die Höhenlage der Tower-Räume mit 15 m über Terrain festgelegt.

Das nicht unterkellerte Betriebsgebäude wird im EG in Massivbauweise mit tragenden Außen- und Innenmauerwerk, Stahlbetonsohle und –decke errichtet. Das Außenmauerwerk ist mit Betonsteinen als hinterlüftete Fassade ausgeführt. Auf dem konstruktiv zum EG gehörigen Brüstungsmauerwerk des Obergeschosses tragen sich zwei voneinander getrennte Stahlkonstruktionen ab.

Der Schaft des Towers leitet seine Kräfte in die Sohle des KG ab, die auf Bohrpfählen ruht. Dieser Schaft, der gleichzeitig den Versorgungsschacht für die Obergeschosse bildet, verjüngt sich in ca. 9,9 m über Terrain und wird mit kleinerem Durchmesser bis über das Terrassendach geführt. Auf der Ebene der Verjüngung führt eine außenliegende Stahlkonstruktion (F30) die Lasten der auskragenden Geschosse in den Towerschaft zurück. Diese als Dreiecksverband ausgebildete Konstruktion ist mit einer Stahlbetondecke zu den Nutzgeschossen abgeschottet und nimmt die F90-verkleidete Stahlkonstruktion der Nutzebenen auf. Als Zugelement wird auch der Aufzugskern (Stahlbeton) mit den auskragenden Treppenläufen statisch mit herangezogen. Die oberen Geschosse stellen jeweils eigene Brandabschnitte dar. Fußböden als Hohlraumböden und Decken als System-Akustikdecken ermöglichen eine flexible Nachinstallation. Die Fassade der Obergeschosse des Towers wird als vorgehängte, thermisch getrennte Alu-Pfosten-Riegel-Konstruktion, mit Phon-Stop und Sonnenschutzverglasung (innen entspiegelt) ausgeführt. Um die Fassaden laufen Rettungsbalkone mit eingehängtem starren Sonnenschutz aus Alu-Lochblech.