Gängeviertel

Roloff • Ruffing

Hamburg

Workshopergebnis 2002


Als wäre es über Jahrzehnte übersehen worden, ist das kleinteilige und eng bebaute Gängeviertel in zentraler City Lage heute eingewachsen und umzingelt von Giganten wie dem Unilever-Hochhaus und dem Axel Springer Komplex. Steht man innerhalb der Höfe, glaubt man sich in eine andere Zeit versetzt. Der Blick nach oben allerdings verrät den Ort und die Zeit. Der enorme Maßstabssprung von innen nach außen macht dieses Quartier einzigartig in Hamburg. Auf Basis dieses Charakters soll das Gängeviertel neu belebt werden.

Nach dem bestehenden Muster wird die bauliche Struktur vervollständigt und ergänzt. An der Speckstraße wird der Blockrand durch 6-geschossige Wohngebäude geschlossen. Im Inneren werden die denkmalgeschützten Gebäude saniert und zu Wohnungen umgebaut und entsteht u.a. ein 9-geschossiger Neubau mit Loftwohnungen. Die offenen Höfe, die in Nord-Süd-Richtung liegen, werden durch querlaufende Gänge miteinander verbunden. Es wird ein offenes Viertel werden. Zu- und Durchgänge von den umliegenden Straßen ermöglichen das Durchqueren des Quartiers. Mit gezielten Akzentuierungen in Form von Gebäudeaufsätzen und Gebäudeüberhöhungen wird nach außen auf das neue Geschehen im Inneren hingewiesen.

Ein wesentliches Merkmal des alten neuen Quartiers ist die bewegte Dachlandschaft: Dachterrassen und Dachgärten auf verschiedenen Niveaus und schmale, tiefe Schluchten bestimmen die Ausblicke. Verschiedenste Raumsituationen erlebt man, wenn man den verschlungenen Wegen im Viertel folgt. Immer wieder ist man von den Raumproportionen, die um die nächste Ecke folgen, überrascht. Die Prinzipien des Städtebaus werden bis in die Grundrisse und die Details durchgehalten: Dichte, Verschachtelung und Differenziertheit sind die architektonischen Themen des Entwurfs. Mithilfe dieser Prinzipien entsteht ein komplexes, an Blickbeziehungen und Kontrasten reichhaltiges Gefüge, das dem Gängeviertel seine Identität verleiht.