ZOB München

Zentraler Busbahnhof

Wettbewerb 2002 - Ankauf

in Zusammenarbeit mit Prof. Sill Architekten


Die stadträumliche Qualität des Entwurfs wird durch eine geneigte öffentliche Fußgängerebene bestimmt, die zwei unterschiedliche Höhenninveaus zusammenführt. Über die schiefe Ebene wird der Busbahnhof in den städtebaulichen Kontext eingebunden. Das nach Süden zum Gleisfeld ausgerichtete Terminal bildet eine markante Stadtkante entlang der Gleisanlagen. Dach und Wand sind die Elemente, die in ihrer reduzierten architektonischen Form „Raum definieren“ und in ihrer Funktion „Schutz bieten“.
Die Übertragung des Prinzips der Einfachheit auf ein komplexes System differenzierter Funktionsabläufe ist der zentrale Entwurfsgedanke.

SCHUTZ BIETEN   -   WEG ERZEUGEN   -   AUSSICHT GEWÄHREN

Die „Fußgängerebene“ des Stadtplatzes ermöglicht eine klare Trennung der Verkehrsströme von Reisenden, Passanten und Kraftfahrzeugen. Eine kreuzungsfreie Abwicklung des Terminalgeschehens ist gegeben. Die Busse fahren die Fahrsteige in der Erdgeschossebene an, während die Fahrgäste über die schiefe Ebene den Busterminal im Geschoss darüber erreichen. Nach Lösen der Fahrscheine am Kassenautomaten begeben sich die Reisenden hinunter zu den jeweiligen Busplattformen.
Ein wesentlicher Vorteil der öffentlichen Fußgängerebene liegt darin, dass ein vielfältiger Nutzungsmix, diesen Ort zu einem belebten, städtischen Raum werden lässt. Ein Ort; an dem Mobilität und Bewegung von Bussen und Fußgängern ins Gleichgewicht gebracht wird durch die „ständigen Nutzer“ der „schwebenden Büroebene“. Ein Ort, der in Folge seines Konzepts und seiner Nutzungsmischung, rund um die Uhr mit Leben erfüllt sein wird. Kontrastierend zu seinem fließenden Charakter laden  überraschende Elemente der Landschaftsarchitektur wie, Holzdecks oder Liegestühle, zum Verweilen ein.
Analog der Komplexität der Entwurfsaufgabe steigt die Komplexität der architektonischen Form: Das Dach wird bewohnbar, bietet individuelle Formen unterschiedlichster Büronutzungen in signifikanter, architektonischer Gestalt. Erschlossen über die öffentliche Fußgängerebene, bildet das „bewohnte Dach“ der Mietbüros, mit seiner introvertierten Innenwelt, das Schutzdach für die Ebenen des Busbahnhofs.