Kulturwerk Norderstedt

Roloff • Ruffing

Revitalisierung eines Kalksandsteinwerkes zum Kulturzentrum
Norderstedt

Machbarkeitsstudie 2007
BGF  3.000 qm

Das Projekt "KulturWerk Norderstedt" entspringt dem Gedanken, die verschiedenen, über die gesamte Stadt verteilten Kultureinrichtungen an einem Ort zusammenzuführen. Bisher sind Lern-, Übungs- und Veranstaltungsorte räumlich voneinander getrennt, zukünftig könnten diese im ehemaligen "Kalksandsteinwerk Potenberg" eine neue Heimat finden. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass neben den institutionalisierten Einrichtungen FORUM, TRIBÜHNE und Musikschule auch die Interessensgemeinschaften der "Freien Gruppen" für das neue KulturWerk gewonnen werden können. Erst das breite Spektrum der möglichen Stilrichtungen und Veranstaltungen birgt die Möglichkeit in sich, diesen Ort als kulturellen Treffpunkt Norderstedts ins Bewusstsein seiner Bevölkerung zu rücken.
Mit der Umnutzung des alten Kieswerks soll ein ganz besonderer Veranstaltungsort geschaffen werden. Ein Ort, der neben dem kulturellen Austausch auch seine Geschichte, nämlich die des Kiesabbaues und der Steinproduktion, sichtbar macht und erlebbar werden lässt. Im verlassenen Industriekomplex soll ein Veranstaltungszentrum entstehen, in dem gemäß dem Leitbild    "Jeans  trifft  Nadelstreifen",    verschiedene Bevölkerungs- und Altersgruppen bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen zusammentreffen werden.
Auch aus architektonisch, konzeptioneller Sicht spielen die Historie des Kiesabbaues sowie die Produktionsabläufe der Steinherstellung eine ganz besondere Rolle. So sollen Ursache und Wirkung der Kiesgewinnung auch in Zukunft nachvollziehbar bleiben. Die Menschen sollen begreifen, dass die Herstellung der Steine eine sichtbare Wunde, den Baggersee, im Landschaftsraum hinterlassen hat. Sie sollen begreifen wie der Produktionsprozess im Gebäude ablief, indem, allerdings in umgekehrter Reihenfolge, der einzelne Besucher das Gebäude benutzt. So stehen auf den Stapelplätzen zukünftig die PKW, die Horizontalschiebebahn wird zum Foyer, Brennöfen zur Garderobe und die Pressenhalle zum Veranstaltungssaal. Die "Spur der Steine" soll den Besuchern in einer ständigen Ausstellung im Foyer anschaulich gemacht werden.