Q3   "Am Alten Hafenamt"

Markthalle und Büros im Überseequartier der Hafencity, Hamburg

Die städtebauliche Neuordnung des Überseequartiers transferiert das Baudenkmal "Altes Hafenamt" an einen "neuen Ort". Umgeben von 7-geschossigen Neubauten droht das Gebäude in seiner Proportion von den Nachbarn erdrückt zu werden und zum Relikt zu verkommen. Der Entwurf nimmt diese Problematik auf und versucht hinsichtlich Integration, Größe und Dominanz, beide Gebäude  - historisches Hafenamt und neue Markthalle -  als ein Gesamtensemble zu verbinden. Die neue Markthalle wird als eigenständiges Gebäude aus der geometrischen Ausrichtung der Dachlinien und -flächen des Alten Hafenamtes entwickelt. Der Neubau greift schützend über die nördliche Dachfläche und bildet, obwohl baulich getrennt, ein gemeinsames Ganzes. Es entsteht ein neuer proportionaler Zusammenhang. Mit der größeren Baumasse und seiner flächenmäßigen Ausdehnung schafft es das Ensemble nun, sich in der neuen städtebaulichen Ordnung und Maßstäblichkeit zu behaupten.

Mit dem Freihalten der übrigen Fassaden des Alten Hafenamts und der damit einhergehenden städtebaulichen Erfahrbarkeit des Gebäudes, wird ein Teil der Baugeschichte dieses Ortes bewahrt und im Gedächtnis des Quartiers und der Menschen verankert. Die Materialkomposition bzw. -verbindung der rauen Materialien Klinker und Cor-ten-Stahl, soll an die einstmals hafenbezogene Nutzung erinnern. Das große Volumen der Markhalle weckt Assoziationen an die mächtigen "Stahlwände" der Frachtschiffe, die auf dem Gelände des Überseequartiers in früheren Zeiten gelöscht und beladen wurden.