Universitätsbibliothek Halle - Wittenberg

Neubau der geistes- und sozialwissenschaftl. Bibliothek der Uni Halle-Wittenberg
VOF - Verfahren 2009

Der Entwurf des neuen Bibliotheksgebäudes sieht einen Baukörper vor, der sich aus zwei Elementen zusammensetzt: einem massiven, L-förmigen Sockel und einem leichten Aufsatz. Der Sockel übernimmt die Aufgabe, die Bibliothek räumlich und maßstäblich in das Umfeld einzufügen. Er ergänzt die Häuserreihe in der Emil-Abderhalden-Straße, bildet dabei einen Vorplatz aus und definiert einen klaren Abschluss des Campus. Der Aufsatz trägt dazu bei, die Bibliothek im Stadtbild zu verankern. Er ist auf Blickachsen von der Pauluskirche und der Berliner Brücke positioniert. Mit seiner markanten Auskragung zeigt er
gleichzeitig eine deutliche Ausrichtung auf den Campus.

Die Zweigliedrigkeit des Baukörpers ist für die innere Organisation der Bibliothek Konzept bestimmend. Zwei Eingänge an Campusseite und an öffentlicher Parkseite führen den Besucher unmittelbar in die 18 m hohe Bibliothekshalle. Von hier hat er den Überblick auf die fünf Ebenen und die Treppenanlagen, die ihn dorthin führen.
Ebene 1 und 2 befinden sich im Sockel und sind Nord-Süd organisiert. Der Besucher betritt sie über breite Sitztreppenanlagen, die unmittelbar gegenüber des Informationstresens beginnen. Die Lese- und Arbeitsplätze in der zweigeschossigen Lesehalle bieten Ausblick in den Park. Ebene 3, 4 und 5 liegen im gläsernen Gebäudeaufsatz. In Ebene 3 gibt es einen regen- und sonnengeschützten Außenlesebereich unter der Auskragung. Auf der Ebenen 4 ist ein zweigeschossiger Lesebereich mit Ausblick auf den Campus vorgesehen.

Das Entwurfsprinzip der beiden Bauteile spiegelt sich in der Fassadengestaltung wider.
Der Sockel ist mit dunklem Klinker im Langformat und lang gestreckten, tiefen Fensterelementen ausgebildet. Die dreigeschossige Gebäudekrone weist hingegen einen mehrschichtigen, transluszenten Fassadenaufbau aus Glaselementen und unterschiedlich profilierten, kupfernen Lochblech- bzw. Streckmetallelementen auf. So werden die Obergeschosse raumhoch mit diffusem Tageslicht versorgt. Gleichzeitig entsteht ein sich mit der Bewegung veränderndes Bild der Bibliothek und ein Wahrzeichen für den neuen Campus.