Luftschloss

Schwimmendes Besucherzentrum
Machbarkeitsstudie 2011
in Zusammenarbeit mit Ramboll UK und Transsolar

Das schwimmende Besucherzentrum [Luftschloss] ist ein Objekt, das mit seiner natürlichen, weichen Formensprache ein markantes und einprägsames Gebilde darstellt. Durch seine außergewöhnliche, aus der Natur abgeleitete Form und seine innovativen, zukunftsweisenden Inhalte, wird mit dem Ausstellungsobjekt eine nachhaltige corporate identity erzeugt. Gestalterisch fügt es sich sowohl in einen naturräumlichen Landschaftsraum, als auch in einen städtischen Kontext harmonisch ein.
Die Anatomie des [Luftschloss] ist in Analogie zu maritimen natürlichen Zell- und Raumstrukturen entwickelt und von diesen abgeleitet. Einem Riesenkraken gleich entsteigt es dem Wasser. Mit seiner außergewöhnlichen Form und seinen leuchtenden Saugnäpfen lockt es „Neugierige“ an und verschlingt sie mit Haut und Haar. Alle, die dem Krakenleib wieder entkommen, denken Zeit ihres Lebens an dieses spektakuläre Erlebnis zurück.

Das Luftschloss besteht aus drei Bauteilen. Dem Schwimmponton, dem aufgesetzten Ausstellungsrundgang, sowie der umhüllenden pneumatischen 3-schaligen Fassadenhaut. Trotz der geometrisch eingeschränkten Grundabmessungen gelingt es durch die flexible, aufblasbare Hülle, einen großzügigen, architektonischen Innenraum zu erzeugen, der den Besuchern ein spannendes Raumerlebnis bietet. Der Rundgang selbst ist einer Möbius-Kurve nachempfunden, die eine räumliche Endlosschleife darstellt und somit den ewigen Kreislauf der Natur vom „Entstehen und Vergehen“ widerspiegelt.

Das Besucherzentrum erhält eine weitgehend autarke haustechnische Versorgung. Mittels eines BHKW, das mit Biotreibstoff betrieben wird, werden Wärme und Strom gewonnen. Während der elektrische Strom direkt im Gebäude verbraucht wird, kann die gewonnene Wärmeenergie in einem Wasserbehälter zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf abgerufen werden. Für den Fall, dass eine Raumkühlung erforderlich sein sollte, steht hierfür das Kanalwasser zur Verfügung. Dieses wird zur Wärmeabfuhr durch Deckenstahlplatten geführt. Steigt die Kanaltemperatur an, kann über eine kleine Absorptionswärmepumpe, in Verbindung mit dem BHKW, Kälte bereitgestellt werden.
Die sanitären Anlagen bestehen aus einer Frischwasser-Aufbereitungsanlage für die Trinkwassergewinnung aus dem Kanal und einem Abwasserreinigungsaggregat, welches durch Filterung dem Abwasser die Abfallstoffe entzieht. Das geklärte Wasser fließt zurück in den Kanal, während die Schmutzstoffe in einem Schlammtank, bis zum Abtransport durch einen Absaugservice, gesammelt werden.