Innovative Bioklimatische Europäische Schule Voutes, Kreta, Griechenland

Lobende Erwähnung

KONZEPTION und STÄDTEBAU

Die städtebauliche Anlage der Internationalen Schule hat die Gebäudestruktur eines typisch kretischen, dörflichen Ortskerns zum Vorbild. Hierbei bilden die Raumkanten der Gebäude, im Zusammenwirken mit der topgrafischen Bruchkante des Auditoriums einen zentralen Platz, den Schulhof. Dieser wird über ein Netz von Gassen erschlossen. Der Hauptzugang erfolgt über die zentrale Gasse von der Erschließungsstraße, an der sich die Haltestelle für die Schulbusse befindet.

Umschlossen wird die Schulanlage von einem Grüngürtel, der aus den vorhandenen Olivenbaumpflanzungen weiterentwickelt wurde. Die strenge, geometrische Grundstruktur der Olivenbaum Kultur wird soweit verdichtet, dass sich ein schützendes grünes Band um das Lern-Dorf legt. In das Grünband des Sportgürtels werden die Außenspielfelder eingeschnitten.

Im Zusammenwirken des schützenden Baumsaum und der dörflichen Baustruktur entseht eine städtebaulich eigenständige „Insel in der Landschaft“, die in ihrem Innern einen eigenen Kosmos bildet.

Ein weiteres wichtiges Entwurfskriterium ist das Aufnehmen der topografischen Situation des Grundstücks. Dadurch dass sich die Gebäude in Anhängigkeit ihrer Geschossigkeit am Hang abstaffeln, werden sie sehr ausgewogen in den Ort eingefügt. So steht das höchste Gebäude am tiefsten Punkt in der Senke, während der 1-geschossige Kindergarten oben am Hang positioniert wird.

Auch mit der Gestaltung des Außenbereichs wird auf die topgrafische Situation reagiert. Den Höhenlinien folgend entsteht ein im Gefälle liegender Schulhof, der von den Schulgebäuden und der steil abfallenden Bruchkante begrenzt wird. In die natürliche Bruchkate wird mittels Sitzstufen das Auditorium eingearbeitet.

Durch das Aufnehmen des gegebenen Umfeldes werden sowohl die Gebäudestruktur als auch die Nutzungsfunktionen mit der Natur und diesem speziellen Ort verwoben.



BIOKLIMATISCHES ENERGIEKONZEPT


Oberstes Ziel des Energie- und Klimakonzepts für die Internationale Schule ist es, mit einem minimierten Energiebedarf, auf der Basis passiver Maßnahmen, optimale Umweltbedingungen zu schaffen.

Dieses Ziel wird mit 3 Maßnahmen-Schritten angestrebt: Reduktion des Energiebedarfs soweit es geht, verbleidende Bedarfe werde mit hoch-effizienten gebäudeintegrierten Systemen gedeckt, wobei diese soweit wie möglich mit erneuerbaren Energiequellen gespeist werden.

Die örtlichen Klimabedingungen wie Wind und Sonne bilden die Grundlage für den architektonischen Entwurf. Die Gebäude schotten die Innenhöfe von den warmen Nord-Ost-Winden ab und schaffen so geschützte Außenräume. Gleichzeitig dienen sie als “grüne Lunge” und versorgen die angrenzenden Räume mit Tageslicht. Wind und Sonne werden genutzt, um an der Spitze der Lüftungsschornsteine die thermische Luftströmung mittels Unterdruck zu verstärken. Erdwärme wird für die Vorkühlung bzw. Vorerwärmung der Frischluft genutzt. Erdkanäle versorgen die Klassenräume mit Frischluft, wobei hierbei die Komfortvorteile einer Quelllüftung zu erwähnen sind. Die verbrauchte Abluft wird durch die von Sonne und Wind getriebenen Lüftungsschornsteine abgeführt. Diese passive Belüftung wird sowohl für die natürliche Lüftung tagsüber, als auch für die Nachtluftspülung genutzt, die die in den Massebauteilen gespeicherte Wärmeenergie wieder abführt. Die Klassenräume werden mit Frischluft aus den begrünten Innenhöfen versorgt. Hier kreiert das lokale Mikroklima, als Folge von Bepflanzung und Verschattung, kühlere Umgebungsbedingungen. Lüftungsklappen in den Fenstern ermöglichen den Nutzern die individuelle Steuerung der Frischluftzufuhr.

Tageslicht ist für eine produktive Lernumgebung unerlässlich, deshalb verfügen die Fenster über Verschattungselemente, die auch für die Lichtlenkung eingesetzt werden können. Die Verschattung wird zwar zentral gesteuert, sie kann jedoch von den Nutzern individuell übersteuert werden.

Während sehr kalter Wetterperioden könnte das solare Heizsystem in Kombination mit einer Abwärmenutzung des nahegelegenen Krankenhauses betrieben werden.

Der von den Photovoltaik-Anlagen erzeuget Strom wird entweder direkt in den Schulgebäuden verbraucht oder aber in das öffentliche Netz eingespeist, um Spitzenlasten abzufedern.

Regen- und Grauwassernutzung versorgen über ein eigenes Bewässerungsnetz die Grünbereiche und Innenhöfe. Zusätzlich soll das recycelte Grauwasser für die Toilettenspülung verwendet werden.